06.10.2014

VON XS ZU XL, ICH BIN NICHT NUR MAMA

vor den Schwangerschaften
Diesmal möchte ich über ein Thema schreiben, was mich jeden Tag immer wieder beschäftigt. Wenn ich Dusche, mich anziehe, oder wie so oft nach Kleidung suche und vor dem Spiegel stehe. Vor meinem Sohn war meine Konfektionsgröße XS/S nun nach der Geburt meiner beiden Jungen ist es locker eine XL. Ich bin nur ein Laufender Meter und das nun auch noch mit zu viel Kilos auf den Rippen. Früher kaufte ich alles was mir gefiel, ohne es anzuprobieren. Passt schon und das beste: für die Figur musste ich nie etwas tun ... Heute finde ich nichts mehr womit ich mich aus der Umkleide traue. Der Bauch hängt wie ein kleiner Lappen und ist neben Beine, Oberschenkel innen, Waden und Po, sowie Brust gerissen. Das ist es was mir am meisten schmerzt. Schon in der Pubertät rissen meine Oberschenkel an den Außenseiten. Damit fand ich mich nach einiger Zeit ab, da es sich durch Kleidung ohne Probleme verstecken lies. Dies ist nun leider nicht mehr der Fall, würde ich im Sommer doch  gerne mal eine kurze Hose tragen. Damals trug ich einen Bauchnabelpiercing, heute würde er an der Haut mit dem Gewicht nach unten hängen. Alles Dinge die sich leider nicht mehr so leicht ändern lassen, zu und wieder abnehme ist das eine, kaputte Haut, von Kopf bis Fuß das andere. Wäre es nur der Bauch würde ich durch den Sommer ohne Kummer kommen, welchen ich nun aber trage. Ja das ist die eine Sicht. 

"Dafür bist du nun Mama" - danke, dass weiss ich. Und ich liebe meine Jungs, auch wenn ich meinen Körper abschreckend finde. Dennoch bin ich auch noch mehr wie Mama. Frau, Freundin, und ganz besonders ein eigener Mensch, ein Mensch der das recht hat zu sagen "das ist scheisse, weil... Ende."  Keine Mama ist dies ausschließlich. Wir sollen uns auch irgendwie wohl fühlen können, oder?

Die andere Sicht: ich bin eine stolze Mama, ich habe es für meine Kinder gerne gemacht, meinen Körper für das Leben dieser beiden tollen Seelen gegeben. Und wie viele andere bin ich mir sicher, ich würde es immer wieder so tun. Dafür ist die Liebe unbezahlbar. Ich bin froh das ich die beiden habe, beide gesund sind und mir geschenkt wurden.  Die andere Sicht dazu, es gibt Mamas die bekommen dieses Glück und einen heilen Körper gleichzeitig geschenkt, das deprimiert mich manchmal. Bis ich dann noch einen Schritt weiter denke, was ist mit den Frauen die gerne Schwanger werden würden und es einfach nicht können, noch ein Schritt weiter, was ist mit den Frauen welche Schwanger werden und ihr Baby verlieren und aufgeben müssen. Dann lieber so !



Ich bin zwar nicht stolz, nicht auf einen dieser Narbe und meinen neuen Körper, aber ich bin stolz auf meine Kinder und endlos dankbar für mein Glück. Ich gönne jedem den Gedanke eine Tiger Mama zu sein. Diese Kombination aus diesen Satz zu den Streifen machen einem tatsächlich etwas Mut, vielleicht etwas Stolz. Edel wie ein Tiger, Stark wie eine Raubkatze. Könnte ich alles was ich nun Lebe, habe und liebe auch ohne Narben bekommen, ich würde es so wählen, doch niemals werde ich mich schämen für das was ich heute optisch geworden bin. Menschen die es als hässlich sehen, wissen nicht wie es ist ein Kind unter dem eigenen Herzen zu tragen oder nicht das perfekte Gen geerbt zu haben. Diese Menschen die einen dafür mit schlechten Blicken betrachten sind unverschämt, Ahnung -und Respektlos. Ich befinde mich nun übrigens zum 49 Mal auf dem Gedankenweg abzunehmen. Diese Bilder mit euch zu teilen sollen mir als Motivation dienen.

Und wenn ihr mögt erzählt mir eure Sicht zu der Körperlichen Veränderung nach der Schwangerschaft.

Kommentare:

  1. Wow, habe echt Gänsehaut bekommen, bei deiner Art wie wunderbar du es schilderst.
    Du hast so recht mit jedem einzelnen Wort. Ich bin schon nach einem Kind an Bauch und Beine deformiert und fühle mich echt nicht wohl aber mein Kind lächelnd zu sehen, lässt solche Sorgen wegfliegen.

    Vielen Dank für diese Motivation, da hat man echt Tränen in den Augen!!!!

    Liebe Grüße, Teena!

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  2. Großen Respekt an dich. Ich kann deine Gedanken nachvollziehen. Meine Streifen sind zwar unter der Geburt gekommen,sind aber noch nicht mal gleichmäßig verteilt. Ich würde nicht behaupten das ich sie mag, aber ich hasse sie auch nicht. Sie gehören einfach irgendwie dazu. Am Anfang habe ich sie ungern angeschaut, aber auch nur weil sie so dunkel waren und es einfach nur komisch auf meinem weißen Bauch aussah. Jetzt wo sie verblassen, kann ich mich wieder im Spiegel anschauen. Das hat aber auch über 4 Monate gedauert, ehe ich nicht mehr allzu kritisch in den Spiegel geschaut habe.
    Ich hoffe das du dich bald wieder in deinem Körper wohlfühlst. Wie du schon sagtest, neben Mama bist du auch eine Frau die sie einfach wieder wohlfühlen möchte.
    LG

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  3. Wirklich sehr schön geschrieben. Mir geht es nicht anders und ich will jetzt auch nochmal einen abnehmversuch starten vielleicht klappt es ja diesmal :) drück dir die daumen.😘😘

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  4. Wow richtig schöner Artikel !
    Ich kann dich verstehen natürlich ist man mehr als nur Mama aber ich denke du kannst zumindest zu seiner alten Form zurückfinden auch wenn es hart ist.

    Frage hast du bi Oil benutzt ? Ich habe auch Angst vor streifen jnd bin ganze zeit am überlegen ob ich es mir holen soll.
    Auch vor der Zunahme habe ich Angst auch wenn ich jetzt in den ersten 3 Monaten 3 kg abgenommen habe ...

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  5. Tut mir echt leid so was zu lesen. Hat sport auch nichts genützt? :(

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  6. Richtig schöner Artikel und großen Respekt an dich.

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  7. Das gleich Problem habe ich auch. Mein Bauch hängt und ist gerissen, die Brüste und Beine ebenfalls. Ich kann zwar damit Leben, doch Psychisch belastet es mich schwer.
    Ich bin trotz Belastung stolz auf meinen Sohn und würde es immer wieder riskieren.

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Ich danke dir, für dein Feedback <3